Irische Brise in der Luft | www.frankfurterfinance.de

Irische Brise in der Luft

Ich schätze, die EU-Politiker retten sich ins Wochenende und werden bis zur Öffnung der Märkte, bis Sonntag Abend, irgendetwas ausklüngeln, um Irland Kredite zu sichern. Vielleicht mit Bürgschaften, vielleicht mit Geld von der Zentralbank. Was auch immer. Statuten spielen schon lange keine Rolle mehr. Schon vor zwei Wochen hieß es von EZB-Präsident Trichet und dem Vorsitzenden der 16 Euro-Länder Juncker: "Sollte keine Ruhe einkehren, werden wir an einer Hilfsaktion für Irland nicht vorbeikommen." Ich schätze, die Zeit ist reif. Was heißt das für den Anleger? Wenn Sie das Risiko und die Illusion in Aussicht gestellter hoher Renditen lieben, kaufen Sie noch heute irische Staatsanleihen zu hohem Zins. Scherz beiseite. Ich schätze, die Märkte werden auf eine erneute Rettungsaktion kurzfristig positiv reagieren. Trotzdem kann ich mich wohl für lange Zeit nicht für Aktien der meisten Branchen erwärmen. Was passiert, wenn die EZB die Zinsen irgendwann erhöhen muss, um inflationäre Tendenzen zu bekämpfen? Die Zinsangebote verschuldeter Länder werden dann noch höher ausfallen müssen. Vielleicht fliegt uns auch schon vorher alles um die Ohren. Ich finde, es ist jedenfalls wieder ein ausgezeichneter Zeitpunkt, Gold zu kaufen. Momentan liegt Gold durch den gefallenen Euro bei weit über 1000 Euro pro Feinunze.